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Gesuch des Büdners Volkmann

Amt Zechlin. den 20. November 1849 betreffend:
das Gesuch des Büdners Volkmann und Genossen zu Säwikow um Überweisung von Sitzplätzen in der dortigen Kirche.
Original Nachricht vom 29. Oktober

Der Zurückgabe der neben allen Zeiten hohen Verfügung und deren Anlagen verfehlen wir nicht, der Königlichen Regierung folgendes ehrerbietigst zu berichten.

Im Jahre 1843 hat die letzte Instandsetzung der Kirche und des Turmes zu Säevikow stattgehabt und ist demzufolge unterm 16. Oktober 1844 eine Einteilung der Sitzplätze durch den Kirchenvorsteher erfolgt. Nach jener Zeit haben die jetzigen Bittsteller Volkmann und Genossen sich angesiedelt, es haben denselben jedoch, in deren Ermangelung, noch keine bestimmten Sitzplätze angewiesen werden können, es hat sich ihnen überlassen werden müssen, die Plätze einzunehmen, welche unbesetzt geblieben sind, und haben sie mit diesen sich auch täglich begnügen können, weil erfahrungsmäßig die vorhandenen Plätze niemals vollständig besetzt werden, aber auch nicht wohl verlangt werden kann, daß jeder neuen Ansiedlung wegen kostspielige Veränderungen in der Kirche vorgenommen werden..
Zur Einsparung der Kosten würde am einfachsten die Bestimmung führen, daß ohne Ansehen der Person ein Jeder da Platz nähme, wo er solchen fände, und würde sich dann bald herausstellen, daß auch in dem vorliegenden Fall die vorhandenen Plätze mehr, dann zur Genüge ausreichen.
Soll aber die alte Observanz aufrecht erhalten und jedem angesiedelten Christ ein bestimmter Platz überwiesen werden, dann ist auch in Säwikow die Vermehrung der Kirchensitze erforderlich.
Der, auf dem von dem Prediger Böckler vorgelegten Situationsplan mir a. bezeichneten Stuhl gewährt den erforderlichen Raum für die Kirchenvorsteher und die männlichen bäuerlichen Ältesten, den Stuhl b. benutzen der Prediger und Küster und der Stuhl c. ist für das Amt und das Schulzenamt bestimmt. Diese Einteilung ist zweckmäßig und dürfte als solche auch ferner beizubehalten sein.
Der Stuhl d. enthält Raum für............................................. 11 und
der Stuhl e. für..................................................................... 22 Männer

daher beide für 33 Männer

Es sind aber gegenwärtig vorhanden

Bauern.................................................................................16
und Büdner..........................................................................21

Su 37 Männer

so daß 4 Männersitze fehlen. Die Einlieger, Knechte und das sonstige Personal geht auf den Chor.
Der mit A bezeichnete Raum ist jetzt besetzt mit 7 Bänken, von denen die erste für das Lehnschulzengut und für die Küsterfrau bestimmt ist.

Die Bänke 2, 3, 4 und 5, welche Raum gewähren für ca. 40 weibliche Personen werden benutzt von den 16 Bauersfrauen, deren Gesindemädchen und den
Baueraltsitzerinnen. Hierin dürfte nichts zu ändern sein.
Die Bänke Nr. 6 und 7 enthalten Raum für 10 zusammen also für 20 weibliche Personen; es sollen zuerst aber glossiert werden:

21 Büdnerfrauen und
11 Einliegerfrauen

Su 32 Frauen. Es fehlen für diese daher ..................... ..12 Plätze
Für die Männer fehlen ............................. .4 Plätze

Und daher in Summa 16 Plätze

Beschafft können nur noch werden
a) durch Herstellung einer neuen Bank vor den Frauensitzen 10 Plätze

b) durch Einrichtung eines Klappsitzes an jeder der dann
vorhandenen 8 Frauenbänken 8 Plätze

Summa 18 Plätze

und da nach vorstehendem nur 16 Plätze fehlen, so würden demnach disponibel bleiben ..... 2 Plätze ,es würden dann aber 4 Männer bei den Frauen untergebracht werden müssen.
Zwischen den Bänken d. und A. ist ein Zwischenraum von 2 Fuhß 10 Zoll und zwischen den Bänken e. und A. ein Zwischenraum von 2 Fuhß und 6 Zoll.
Die Klappsitze würden daher eventualitär anzubringen sein, in dem Gang zwischen d. und A.
Wir stellen ehrerbietigst anheim unseren Vorschlag, mit dem die Kirchenvorsteher einverstanden sind, durch den Regierungsbaubeamtem begutachten, und folgend demnächst weiter zur Ausführung bringen zu lassen.