Berlinchen Dranse Sewekow Schweinrich

Auszug Erbregister de Anno 1721

Die Beschreibung des Dorfs Seuiko
unter dem Ambte Zechlien
von einem jeden ins Besondere



Die Kirche

Stehet mitten im Dorfe ist Anno 1586 neu vermauert, nur grobleidet aber mit Ziegel gedeckt und noch in mittelmässigem Stande. Der Klocken Thurm ist ganz baufällig.
Der Kirch – Hof hat einen Bahlzaun um sich, darein ein Thoorweg mit 2 Pforten welche die Gemeinde des Dorfs in baulichen Stande unterhalten und haben Sr. Königl. Majest. vordem aus besondern Gnaden das dazu benötigte Holz allergnädigst bewilliget und aus der Zechlienischen Heyde gegen Erlegung Stamm – und Pflanz Geldes frey abfolgen lassen.

Garten
Hat die Kirche nicht.

Acker
Laut Ambts = Erb – Register de Anno 1575 fol. 275 Hat vordem zur Kirche gehöret Eine Huefe Landes, so zu gemeinen Jahren mit Fünff Scheffel Rocken können besäet werden, und noch ein Platz Landes im Meckelbergen zu gemeinen Jahren mit zween Scheffel Rocken zu besäen: Auch einen Woorthe darauf ein Schneider wohnet welcher jährl. dem Gottes Hause 4 ß * gegeben.

* ß = 1 Schilling = etwa 12 Pfennige Nach


Nach der Kirchen Matrieal gehören zur Kirchen nur Huefe und etliche Plätze Landes und bestehen selbige anjetzo

In den Hohen Bergen von 3 Scheffel
Wilden Stein von 1 ½ Scheffel
Kurzer Strauch von 2 Scheffel
Hinten im Kurzer Strauch von 2 Scheffel
1 Huefe von 3 Scheffel
1 Woorthe von ½ Scheffel
Sa. 12 Scheffel Außaat


Dieser Acker insgesamt kan nur alle 6 Jahre besaät werden, darunter ein Jahr ums andere gerechnet die jährliche Außsaat der Kirche zwey Scheffel zu rechnen frey stünde.
Der Acker ist auch sehr sandicht und schlecht und bringet
bey guten Jahren das 2te höchstens das dritte Korn wieder.

Die Gemeinde muß denselben ohne Entgeld beschicken und
auß denen Hirten Ställen in Düngung halten, welches anjetzo nach des Orthe s Beschaffenheit möglichster Maßen in gutem Stande ist: aber nicht verpachtet, sondern von der Kirchen selbst zu nutzen.

Wiesen und Rohrung

Bey der Kirchen ist etwas Wiesewachs so jährlich nur einmahl gemähet werden kan, ist an die Kirchen Vorsteher außgethan welche es maehen und Heuen, auch der



Kirchen
Kirchen dafür jährlich ein jeder 2gl 3 pf und beyde 4gl
6 pf Wiesen Zinß entrichten.
Anbey so hat die Huefe etwas Rohr dafür die Gemeinde der Kirche jährlich bezahlet 3 gL

Inuentarium
2 Klocken und 1 Uhr
1 silbern Kelch nebst dergl. Patinen, und Schachtel
zu den Oblaten
1 Chor Rock
1Tuch auf dem Altar
3 Zinnene Leuchter
1 Biebel, 1 Gesang Buch, 2 Euangelien Bücher
1 Postille und 1 Kirchen agende
1 Taufbecken, 1 Rauchfaß, 1 Klingel Sack
1 ......... für die ............

Jährliche Einkünfte der Kirchen Wie bey denen vorigsten und pag. 179 specificiert
Nach der letzt abgenommenen Kirchen Rechnung de Anno 1720 ist die ganze Einnahme der Kirche über haupt
gewesen- - - - - - - - - - - - - - - Sa. 50 Rthlr 2 gl
davon aber ist abgegangen die
Außgabe de Anno 1720 - - - - - - - - - - 21 9
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Ist also der wirkliche Bestand
im vorigen Jahre 1720 - - - - - - - - - - 29 1 3

Dazu der Bestand vom vorigen
Jahr biß Trinitatis 1719 - - - - - - - - - 280 12 1
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Sollte also biß Trinitatis 1720 bahr
bey der Kirchen Vorstand seyn - - - 309 13 4 Weil

Weilen aber bey Abnahme der Kirchen Rechnung so geschehen 26. Juny 1720 der eine Kirchen Vorsteher damahls Erdmann Berlien eigenmächtiger Weise 55 Rthlr. 23 gl. von solchen Kirchengeldern genommen und wegen des erlittenen Mißwachses auch seiner Dürftigkeit selber außgegeben mithin in seinem Nutzen verwandt zu haben zugestanden: alß ist ihm damahls anbefohlen solcher Summa der55 Rthlr 23 gl. binnen Jahr und Tag der Kirchen wieder zu restiturieren, und unmittelst seines Vorsteher Ambts verlustig zu seyn: alleine die restitution ist biß dato noch nicht erfolgt, dürfte auch wegen des Debitoris Unvermögen schwerlich wieder zu erlangen seyn.
Der übrige Bestand von 253 Rthl r 14 gl. 4 pf ist bey denen andern Vorsteher in Verwahrung neml. b ey Peter Schelen und Jacob Berlinen, und davon nichts an Capital außgethan.



Nomina Passiua

Die Kirche ist nicht schuldig sondern hat Bestand
253 Reichtsthaler 14 gl 4 pf wie obgemeldet.



Onera und allerhand Außgaben

Wie bey Dranse specificieret pag.



Die Pfarre

Gehet alhier von Sr. Königl. Majest. zu Lehn und ist Filia von Dranse, dabey übrigens zu notiren war supra pag. 329 bey Berlineken und pag. 329 bey Dranse angemerket worden.



Laut des Ambts Erb – Register de anno 1574 Fol. 275 so wohnet der hiesige Pfarrer zu Dranse und hat hier jährlich auch zu geben wie folget:
Peter Walter gibt dem Pfarrer jährlich 16 Silb.
Peter Völcker 16 Silbergl. und 1 Pacht Heuer vom ganzen Dorfe-
1 Wispel Meßkorn jährlich, davon giebet er denen Bauern 1 Scheffel Meßkorn wieder.
Auf dem Balem bekomt der Pfarrer ein Zehend von allen Korn.
Auß jedem Hause auf der Neu - Jahres auß eine Mittelwurst-

Auch Ostern auß jedem Hause 2 Eyer



Und hat aus jedem Hause deren Vier Zeiten Pfennig.