Berlinchen Dranse Sewekow Schweinrich

Kirche Schweinrich

Kirche Schweinrich

Foto: Klaus Falk

Die Wehrkirche in Schweinrich

Der mächtige Feldsteinbau ist ein gotischer Bau in Saalform aus gespaltenen und rohen Feldsteinen mit Backsteinkanten. Die Fenster sind mit Stichbogen (Barock) vergrößert und auf der Südseite befindet sich eine vermauerte Stützbogentür. Die Wehrkirche ist gekennzeichnet von der Zeit vor etwa 700 Jahren, in der man sich gegen räuberische Horden verteidigen und schützen musste. Ob die Kirche im 12. oder 14. Jahrhundert erbaut worden ist, lässt sich nicht mehr genau feststellen, allein die Mauern sind der Beweis ihrer Wehrhaftigkeit. Der Turm oblag, von der Breite des Schiffes und schießschartenförmigen Schlitzfenster im ersten und zweiten Obergeschoss, sowie einem Rundbogenfenster auf der Südseite.
Die Wände des Turms sind am Boden 2 Meter stark, im oberen Teil noch 1,25 Meter und der Turm besitzt ein Walmdach mit Ziegeln. Die Lage der Kirche, sie liegt auf einem Sandhügel, deutet auch auf eine sichere Gründung des Ortes hin. Der Sandhügel ist heute von einer Wiese umschlossen, die früher wohl ein Sumpfgebiet war. Rings am Sandhügel entstanden die Gehöfte, die noch immer die Wiesen als Hinterhof haben.
Wegen Sumpf und See war der Kirche schwer beizukommen. Der Zugang zu dieser steinernen Festung führte über eine Zugbrücke, und mecklenburgische Ritter klopften wohl vergeblich an. Bei guten Ernten und somit reichlicher Versorgung mit Lebensmitteln gelang auch kaum ein Aushungern.
Der Turm „soll“ keine Eingangstür gehabt haben: als Eingang diente das große Fenster an der Südseite, die großen Angeln sollen davon ein Zeugnis ablegen. Die Leute stiegen mittels einer Leiter hinauf, und diese wurde dann nachgezogen. Oben sind auch die Schießscharten, etwa ½ Meter hohe Öffnungen, die außen zwar klein waren, aber nach innen breit ausliefen. Es befinden sich zwei an der Westseite und je eine an der Nord- und Südseite. Von hier aus verteidigten sich die Eingeschlossenen, indem sie Steine, Holzkloben und anderes durch die Schießscharten auf die Angreifer schleuderten. Aber die Angreifer hinterließen Spuren. Deutliche Abbröckelungen sind noch heute zu sehen.
Wohl einen Meter unter der Traufkante des Turmdachs finden sich in der Turmwand einige Verzierungen in der Art runder Vertiefungen. Diese wurden später von den Gegnern für Beobachtungsöffnungen gehalten. Auf die „Öffnungen“ gerichtete Geschosse hinterließen an der Wand neben den Verzierungen ihre Spuren.

Der Altar ist ein reicher, eigenartiger Aufbau aus dem Jahre 1683 mit seitlichen ornamentalen Ansätzen in rohem Rokoko.


Die Kanzel ist ebenfalls aus dem Jahre 1683 und ist dem Altar verwandt.




An der Brüstung die Evangelisten in rundbogigen Nischen mit Verdachung.

 




Altar und Kanzel haben die ursprüngliche Bemalung, vermutlich von Hans Meriahn, dessen Name an der Kanzelbrüstung steht.

 



Die Spitze des Dachs schmückt heute eine neuzeitliche Wetterfahne mit der Jahreszahl 1894.

 

Im Februar 1980 hatte man die Turmuhr der Feldsteinkirche ausgebaut und nach Freyenstein gebracht, wo sie von Uhrmachermeister Stahmleder repariert und restauriert wurde. Im September 1980 wurde die Turmuhr ins Museum nach Wittstock gegeben, wo sie heute noch für alle sichtbar ist.

Vor der Wehrkirche befindet sich das 1922 eingeweihte Kriegerdenkmal. Es wurde aus schlesischen Sandsteinen errichtet und vom Neuruppiner Bildhauer Eikelschulte entworfen.
Die Innschrift lautet:

„Unseren todesmutigen Helden – 1914-1918.“