Berlinchen Dranse Sewekow Schweinrich

Aus alter Zeit (Berlinchen)


Diese Ortsgeschichte findet sich im Archiv des Pfarramtes, vermutlich verfaßt von Pfarrer Brod.

1274 verkauften die Herren von Werle das Dorf Lüttgen Berlin an das Kloster Dranse. Das Dorf lag nicht dort, wo es heute liegt, sondern nordwestlich davon auf der Höhe zwischen dem See und der Wittstocker Heide. Der Name muß von „Bär herrühren, wie ja Berlin heute noch den Bären im Wappen führt. Oder aus dem Wendischen: 1. von „pero“ (Feder) und „linieje“ (verlieren) – 2. von „berlo“ (hohes Kraut).

Sehr viel Wasser war dort. Es verlief sich nicht ganz. Viele Seen blieben. Die Bevölkerung lebte von Jagd und Fischfang. Sie bedienten sich einfacher Geräte. Hinter Schweinrich finden wir noch alte Dünen.

Im vierzehnten Jahrhundert verkauften die Mönche Berlinchen an den Bischof von Havelberg für 1300 Rheinische Gulden. Die Mönche hatten die Gegend urbar gemacht, schufen Äcker, Gärten u. Teiche, lehrten die Bevölkerung Viehzucht und Fischfang. Sie legten Sümpfe trocken ( vgl. den „Mönchsgraben“). Alt-Berlinchen ging im Dreißigjährigen Kriege unter. Wohl nach der Schlacht am Scharfenberg bei Wittstock vom 24.09.1636, nach der die geschlagenen Kaiserlichen durch diese Gegend zogen. Auch kann es durch Schweden, die nach der Schlacht bei Fehrbellin hierher flohen, zerstört worden sein.

Danach gehörte es der Stadt Wittstock als Wüstung. Im Jahre 1712 baute Wittstock in der Nähe von Alt-Berlinchen das Gut Neu-Daber, das 1851 abgerissen wurde. Der jetzige Ort Berlinchen erscheint 1675. Ausgewanderte Holsteiner sollen es gegründet haben. Sie genossen viele Vorrechte.

Am 11. Mai 1848 brannte das Dorf mitsamt der 1753 erbauten Kirche bis auf ein Haus ab. Die Kirche wurde 1852 bis 1854 neu erbaut. Am 25. Juli 1872 wurde der Kotzen in Asche gelegt. Auch dieser Teil des Ortes wurde wieder aufgebaut. Der Berlinchener See ist 150 Morgen groß. Er enthält wohl Hechte, Barsche, Zander, Bleie, Quappen, Aale, Fischotter, Wildenten, Lietzen und Taucher.